Informationsportal für Erneuerbare Energien in Südbaden

Energiewende in Gefahr!

DruckversionAls E-Mail versenden
24. Juli 2013

Gerade was die deutsche Energiepolitik betrifft, werden nach der Bundestagswahl am 22. September wichtige Entscheidungen fallen – in die eine oder in die andere Richtung. Der fesa e.V. und der Wirtschaftsverband 100 Prozent Erneuerbare Energien (WEE 100%) kämpfen für eine Kurskorrektur der Bundespolitik. Sie luden deshalb am 17. Juli die Kandidatin und die Kandidaten des Wahlkreises Freiburg sowie die Bürgerinnen und Bürger aus der Region zu einer Podiumsdiskussion ins Foyer des Solar-Info-Centers ein. Kerstin Andreae MdB (Grüne), Gernot Erler MdB (SPD), Sascha Fiek (FDP), Tobias Pflüger (Linke) und Manfred Hettich als Vertreter CDU-Kandidaten v. Marschall stellten sich den Fragen von Diana Sträuber (fesa e.V.) und Per Klabundt (WEE 100%). 80 Bürgerinnen und Bürger nahmen lebhaft teil. Die beiden Veranstalter teilten am Ende mit dem Publikum und der grünen Kandidatin sowie den Kandidaten von SPD und der Linken die Auffassung, dass die bürgernahe und dezentrale Energiewende ausgebremst zu werden droht. Ein Kurswechsel muss dringend erfolgen, denn der Klimaschutz, eine saubere Energieerzeugung und viele Arbeitsplätze sind in ernster Gefahr.

 

Die erste Frage an die Kandidaten lautete: Wie sind Sie zur Veranstaltung gekommen? Alle waren bezeichnenderweise mit dem PKW zum SIC gekommen. Danach wurden auf dem Podium die Themen Energieeinsparung, Energieeffizienz, Ausbau der Erneuerbaren Energien, Klimaschutz und Bürgerbeteiligung diskutiert. Zur inhaltlichen Einführung ins jeweilige Themengebiet wurde eine Quizfrage gestellt, die auch den Zuhörern vorlag zum munteren Mitraten.

Beim Thema Energieeinsparung stand die energetische Gebäudesanierung im Zentrum, bei der Energieeffizienz lag der Fokus auf dem Vorschlag von Ernst-Ulrich von Weizsäcker zur Einführung einer Energieeffizienzsteuer. Aber auch die zukünftige Rolle der Kraft-Wärme-Kopplung und die Bekämpfung des Rebound-Effekts wurden andiskutiert.

Bezüglich des weiteren Ausbaus der Erneuerbaren Energien galt das besondere Augenmerk der anstehenden Weiterentwicklung des EEG. Nur der FDP-Kandidat sprach sich für ein Quotenmodell und damit für die Abschaffung des EEG aus. Alle anderen Podiumsteilnehmer wollten am EEG festhalten, hielten aber Korrekturen für notwendig.

Wichtigster Diskussionspunkt zum Klimaschutz war der CO2-Emissionshandel, der wegen der aktuellen Zertifikatpreise überhaupt keine Wirkung erzielt. Trotzdem sprachen sich alle Podiumsteilnehmer für dieses Instrument der europäischen Klimaschutzpolitik aus und mahnten das konsequente Backloading der Zertifikate und ein explizites Nachsteuern an. Hinsichtlich der Bürgerbeteiligung wurden verschiedene Beteiligungsformen von den Kandidaten favorisiert. Auch wenn alle Podiumsteilnehmer ein Bekenntnis zur Fortführung der Energiewende abgaben, wurde schnell klar, dass die weitere Umsetzung der Energiewende nach den Vorstellungen der einzelnen Parteienvertreter in sehr unterschiedlichen Bahnen verlaufen soll.

Das Publikum nutzte dann die Gelegenheit, abschließend Fragen zu stellen und seine Gedanken und Kritik zu äußern. Die vielen Fragen und Kommentare sorgten noch für reichlich Gesprächsstoff. Scharf kritisiert wurde u.a., dass das konkrete Handeln der schwarz-gelben Bundesregierung das Gegenteil bewirke von dem, was in reinen Lippenbekenntnissen zur Energiewende geäußert werde. Gerade Christian Meyer machte anhand von vielen Einzelbeispielen deutlich, wie die Energiewende von Rösler, Altmaier und Co. schon seit langem torpediert wird.

Quelle: 

Per Klabundt, WEE 100 %

Diana Sträuber, fesa e.V.

Bildquellen: 

Karin Jehle / fesa e.V.

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
CAPTCHA
Um unsere Inbox vor übermäßigem SPAM zu schützen, bitten wir Sie um Lösung der mathematischen Frage.
1 + 4 =
Das einfache mathematische Problem ist zu lösen und das Ergebnis einzugeben. Z.B. muss für 1+3 der Wert 4 eingegebene werden.